Doppelschlag bricht Erndtebrücker Widerstand



Als Regisseur konnte Enes Kaya (r.) gegen den TuS Erndtebrück II nicht wie erhofft Akzente setzen. Trotzdem reichte es für den DSC letztlich zu einem klaren 3:0-Sieg.

DSC Wanne-Eickel - TuS Erndtebrück II 3:0 (0:0)

Welch’ seltsames Spiel. Eine Halbzeit lang stümperte der DSC mit dem Schlusslicht um die Wette, hatte sogar Glück, nicht ins Hintertreffen zu geraten, um am Ende nur aus Schusseligkeit einen Kantersieg zu verpassen. Egal. Drei fest eingeplante Punkte sind im Sack, das Polster auf die Abstiegsplätze wird langsam komfortabler. So war dann auch Trainer Martin Stroetzel trotz aller Mängel zufrieden. „Es gibt verdiente Siege, es gibt glückliche Siege, und es gibt Siege, die man einfach so mitnimmt. Der heutige gehört in die letzte Kategorie“, wollte er das 3:0 über die Gäste aus dem Wittgensteiner Land nicht zu hoch hängen.

Keine Minute war in der sonnenüberfluteten Mondpalastarena gespielt, da hätten die Schwarz-Gelben schon führen können – oder sogar müssen, wie Stroetzel meinte. Durch Enes Kayas diagonal geschlagenen Zuckerpass frei gespielt, hatte Kenan Doric nur noch von der Heiden vor sich, schoss den TuS-Keeper aber an. Was da noch keiner ahnen konnte: Es sollte die einzige Tormöglichkeit der Gastgeber vor der Pause bleiben.

Danach gab der DSC fast freiwillig das Heft aus der Hand. „Wir wollten den Gegner über die Außenbahnen knacken. Das setzt Laufbereitschaft voraus. Aber die kam nicht“, war Stroetzel mit den folgenden 44 Minuten ganz und gar nicht einverstanden. Und vermutlich hätte es in der Kabine noch heftiger gerappelt, wenn die biederen, gleichwohl besseren Gäste eine ihrer Möglichkeiten zur verdienten Führung genutzt hätten. Doch Kasikci (41.) und Faak (45.) trafen frei vor Andre Lindenblatt den Ball nicht richtig, und als Skoumal bei einem Überzahl-Konter ins Straucheln geriet und zu Fall kam, hätte mancher Schiedsrichter auch Elfmeter gepfiffen (42.).

Aus Wanner Sicht konnte es nur besser werden. Wurde es aber nicht. So sah sich Stroetzel genötigt, nachzuhelfen. Für Kaya brachte er Semih Esen, der über die linke Seite mehr Druck machte, Tugrul Aydin wechselte nach rechts und Doric als zweite Spitze in die Mitte. Kaum war diese Umstellung vollzogen, rappelte es auch schon. Nach einem vom TuS schlecht abgewehrten Freistoß kam Doric am Fünfmeter-Eck frei zum Schuss und lochte ein. Zwei Minuten später sezierte Matthias Tomaschewski die aufgescheuchte Gäste-Abwehr mit einem feinen Steilpass auf Tim Helwig, und schon hieß es 2:0.

Damit war die Messe gelesen. Die Gäste verloren vollends den Kopf, zogen ihren langen Innenverteidiger Torben Schneider vor und rannten hirnlos ins Verderben. Endlich klappte das Wanner Umschaltspiel, zumindest wenn es nach Ballgewinn in die Offensive ging. Ein ums andere Mal tauchten DSC-Angreifer frei im Sechzehner auf, doch nur Doric brachte die Kugel noch einmal im Netz unter. In etlichen anderen Situationen war der zweifache Torschütze zu eigensinnig und übersah besser postierte Kollegen. Letztlich war Erndtebrück mit dem 0:3 noch gut bedient. „Am Ende fehlte uns einfach die Geilheit, unbedingt Tore machen zu wollen“, meinte Stroetzel. Er kann damit leben.


Tore: 1:0 (62.) Doric, 2:0 (64.) Helwig, 3:0 (81.) Doric.

DSC: Lindenblatt - Hodzic, Schmidt (20. Bazylin), Westphal, Cetinkaya - Tomaschewski, Allali - Doric, Kaya (56. Esen), Aydin - Helwig (83. Oberc).


Foto: Franz Luthe
Quelle: Der Westen / Wolfgang Volmer

 

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