Das große Zittern



Dritter Sieg im vierten Rückrundenspiel, wieder kein Gegentor. Doch der 1:0-Erfolg des DSC Wanne-Eickel gegen Holzwickede hing am seidenen Faden.

DSC Wanne-Eickel - SpVg Holzwickede 1:0 (1:0)

Als Schiedsrichter Alexander Kleff endlich ein Einsehen hatte und die Partie nach vierminütiger Nachspielzeit beendete, da war den Spielern des DSC Wanne-Eickel die Erleichterung anzusehen. Ausgelassen hüpften sie auf den Rasen und umarmten sich. Mit dem 1:0 (1:0) gegen die SpVg Holzwickede feierten die Hausherren den dritten Sieg im vierten Rückrundenspiel, zum vierten Mal in Serie beendeten sie ein Spiel ohne Gegentor. Bis das allerdings feststand, hatten sie einige bange Minuten zu überstehen.

Auf die Statistik ist Verlass

Tim Helwig war der Schütze des einzigen Tors an diesem Nachmittag in der Mondpalast-Arena. In der 25. Minute stand er nach einem Freistoß genau richtig und köpfte zum 1:0 ein. Ein zu diesem Zeitpunkt gerechtes Ergebnis, weil der DSC von Beginn an viel Druck machte und deutlich engagierter zu Werke ging als die Gäste aus Holzwickede. Und hätte Helwig nur sechs Minuten später nach einem langem Einwurf – wieder mit dem Kopf – nicht den Pfosten, sondern zum 2:0 getroffen, der DSC hätte sich vermutlich auf eine deutlich entspanntere Partie einstellen können. Doch die sollte es nicht werden, ganz im Gegenteil. Wer es gut mit dem DSC meint, könnte behaupten, die Wanne-Eickler hätten sich schlicht auf die Statistik verlassen: Ein Tor gegen Holzwickede sollte reichen – die Gäste reisten nicht nur mit der (bis dato) besten Abwehr der Liga an, sondern auch mit der schlechtesten Offensivreihe.

Hatte der DSC in der ersten Hälfte wenigstens ansatzweise noch einen geordneten Spielaufbau und strukturierte Angriffe zu bieten, so war davon in den zweiten 45 Minuten immer seltener etwas von zu sehen. „Wir haben dieses Spiel über den Kampf gewonnen“, gab Trainer Martin Stroetzel zu, „Holzwickede ist ein unbequemer Gegner, der uns das Leben nicht leicht gemacht hat.“ Wie wahr. Je länger die Partie dauert, umso enger wurde der DSC Wanne-Eickel in die eigene Hälfte gedrängt. Möglichkeiten, den ein oder anderen Konter zu setzten, hatten die Hausherren durchaus. Doch spielten sie ihre Chancen nicht mehr konsequent aus, es blieb bei Einzelaktionen. Und so ergaben sich zwangsläufig Chancen für die Gäste. Die größte hatten sie wenige Momente vor dem Spielende, als nach einer Flanke der Holzwickeder Kopfball nur ganz knapp übers DSC-Gehäuse segelte. „Sicher hat an einigen Stellen bei uns die Struktur gefehlt“, stellte Trainer Stroetzel fest, „aber wir haben mit aller Leidenschaft unser Tor verteidigt.“

Auf der Tribüne herrschte beste Stimmung. „Heute ein Sieg, am Mittwoch gegen Zweckel und Sonntag gegen Mengede – macht neun Punkte aus der englischen Woche“, rechnete einer vor. Und schickte gleich eine Warnung hinterher: „Da müssen wir aufpassen, dass wir nicht noch aufsteigen.“

 

Tore: 1:0 (4.) Schmidt, 2:0 (16. HE) Aydin, 3:0 (72.) und 4:0 (81.) Helwig.

DSC:  Lindenblatt - Hodzic, Cetinkaya, Schmid, Bazylin - Tomaschewski, Aydin (89. Oberc), Kaya, Doric, Schulz (75. Westphal) - Helwig (80. Esen).


Quelle: Der Westen / Timm Becker

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