Stinkige Kellerkinder

Die Rote Laterne haben die DSC-Fußballer ihrem morgigen Gegner schon unter der Woche abgenommen – ganz ohne eigenes Zutun übrigens.

Gesprächsthema rund um die Mondpalast-Arena ist dieser Tage dann auch weniger das Heimspiel gegen Mengede 08/20 (So., 15 Uhr), als vielmehr die Schusseligkeit des Vorstands, den das Westfalenliga-Team mit dem Verlust aller auf dem Platz errungener Punkte und dem Absturz ans Tabellenende teuer bezahlte.

Dafür hat sich der Vorstand inzwischen entschuldigt – persönlich durch zwei Abgesandte bei Mannschaft und Trainer, mit einer Erklärung auf der Vereins-Homepage bei Mitgliedern und Fans. „Wir haben einen ganzen Stapel Anträge in Duisburg eingereicht und in der Tat bei dem von Tino Westphal eine Angabe vergessen“, bestätigte Vorsitzender Torsten Biermann. „So etwas darf nicht passieren, aber es kann passieren. Wir arbeiten alle ehrenamtlich.“ Deshalb gibt es auch keine Schuldzuweisungen innerhalb des Vorstands. „Dafür stehen wir gemeinsam gerade“, stellt sich Biermann vor seine Leute.

Er bestreitet gar nicht, dass ein Fehler gemacht worden sei. Aber er sieht auch auf Seiten des Verbandes Versäumnisse. „Uns hat man bis zum 29. August im guten Glauben gelassen, alles sei in Ordnung“, erläutert Biermann. Mehr wolle er in einem schwebenden Verfahren nicht sagen. Denn eines sei klar: Der DSC werde Einspruch gegen den Punktabzug einlegen. Kontakte zu einem sachkundigen Rechtsbeistand würden derzeit geknüpft.

Bei Mannschaft und Trainern hat der Tiefschlag gesessen. „Wir alle sind stinkig hoch zehn“, bestätigt Trainer Jürgen Wielert. „Wir haben in den Spielen gegen Dröschede und in Langscheid sportlich grandios überzeugt, und dann fangen die jetzt mit so einem Bürokratismus an“, schüttelt er den Kopf über die Paragraphenreiter im Verband. „Es kann nicht sein, dass alles allein auf die Vereine abgewälzt wird.“ Sein Ärger sitzt derart tief, dass Wielert nur mit bitterem Sarkasmus über das morgige Spiel reden kann. „Letzter gegen Vorletzter, das ist Abstiegskampf pur“, ätzt der Coach. „Wir werden alles dafür tun, den ersten Sieg einzufahren.“ Eigentlich müsste er jetzt über seine Stürmer schimpfen, haben die doch laut Torverhältnis erst einmal getroffen. Aber manchmal macht selbst Zynismus keinen Spaß mehr. 

Quelle: Der Westen / Wolfgang Volmer
Foto: Der Westen / Thomas Schild

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