Sperre nach fünf gelben Karten

Sperre nach fünf gelben Karten? In den höheren Spielklassen ganz normal, von der Oberliga abwärts allerdings noch nicht. Das wird sich womöglich bald ändern.

 

 

Wäre es ganz alleine nach dem Fußballverband Westfalen gegangen, die automatische Spielsperre nach fünf Gelben Karten, wie sie im Profibereich seit Jahren Anwendung findet, wäre im Amateurfußball flächendeckend bereits in dieser Saison eingeführt worden.

 

Vor zwölf Monaten fand sich im Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband unter den drei Landesverbänden Mittelrhein, Niederrhein und Westfalen für diesen Vorstoß keine Mehrheit.

 

Deutlich mehr gelbe Karten
Westfalen wird bei der Sitzung des WFLV-Verbandsfußballausschusses (VFA) am 25. März das Thema erneut auf den Tisch bringen. „Wir bleiben am Ball“, so Reinhold Spohn, der westfälische VFA-Vorsitzende und Staffelleiter der Oberliga Westfalen. Bei der turnusgemäßen Halbzeit-Tagung der Liga in Kamen-Kaiserau hatte Spohn bemerkenswerte Zahlen zu präsentieren. Nicht nur die Zahl der Gelb-Roten Karten ist in der Oberliga-Hinrunde im Vergleich zur Vorsaison um rund 66 Prozent von 15 auf 25 angestiegen.

 

674 Mal zückten die Referees den gelben Karton, 50 Mal mehr als im vergleichbaren Zeitraum der Vorsaison. Bislang bleiben diese Verwarnungen ohne weitere Folgen. Geht es nach dem Fußballverband Westfalen, soll in Zukunft nach der fünften Gelben Karte eine automatische Spielsperre erfolgen. Dank des elektronischen Spielberichts ist das leicht umzusetzen. „Technisch ist das überhaupt kein Problem“, sagt auch Spohn.

 

Zwar gibt es keine hieb- und stichfesten Untersuchungen, ob die Flut an Verwarnungen jetzt nur auf vermehrte Foulspiele zurückzuführen ist, oder ob es mit der allgemeinen Disziplin der Akteure nicht mehr weit her ist. „Entweder es liegt an den Schiedsrichtern oder am Verhalten gegenüber den Schiedsrichtern. Da ich Ersteres nicht annehme, denke ich, dass eine Spielsperre Sinn machen würde“, sagt Spohn.

 

Ähnlich sieht es Michael Liedtke, der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichter-Ausschusses in Westfalen: „Die Unverbesserlichen werden wir so wohl auch nie packen. Aber alleine das Einführen einer solchen Strafe dürfte dazu führen, dass sich Trainer und Spieler vor der Saison Gedanken machen. Die einzige Sanktion für eine Verwarnung bislang ist meist, ein paar Euro in die Mannschaftskasse zu zahlen. Wenn jetzt eine Sperre droht, macht es vielleicht eher klick.“

 

Die Einführung der Spielsperre zumindest in der Oberliga Westfalen befürwortet Liedtke ohne Wenn und Aber. „Besser wäre es, sie sofort flächendeckend für alle Ligen einzuführen.“ Im Kreis Recklinghausen beträfe das auch die Kreisligen A bis C. Denn die Fälle ähnelten sich ligaunabhängig doch sehr.

 

Dass Westfalen mit einem erneuten Vorstoß diesmal Erfolg haben dürfte im WFLV, hält der Schiedsrichterausschuss-Vorsitzende für wahrscheinlich: „In der Regionalliga ist diese Regel längst umgesetzt. Meiner Meinung nach spricht nichts dagegen, sie nun für den gesamten Spielbetrieb einzuführen.“

 

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Quelle: derwesten.de / 
Olaf Krimpmann
Foto: Thomas Schild