Schritt für Schritt in höhere Regionen


Viele technisch gute Fußballer weiß Martin Stroetzel um sich herum. Der DSC-Trainer hofft, dass sie auch genug Durchsetzungskraft entwickeln, damit es in der Westfalenliga weit nach oben geht.

Gut fünf Wochen Vorbereitung liegen hinter den Fußballern des DSC Wanne-Eickel, am Sonntag werden in der Mondpalast-Arena die ersten Punkte verteilt. Über Hoffnungen und Probleme, Ziele und Hindernisse sprach Wolfgang Volmer mit Martin Stroetzel (47), seit Januar Trainer des Westfalenligisten.
Vor einem halben Jahr haben Sie das Traineramt beim DSC übernommen. Der Auftrag damals hieß Klassenerhalt. Damit dürfte es in der neuen Spielzeit nicht getan sein, oder?

Martin Stroetzel: Nee. Ich bin hier angetreten, um den Verein in eine bessere sportliche Situation zu bringen. Der erste Schritt war der Klassenerhalt, keine Frage. Der ist vollzogen, nun muss der zweite Schritt kommen. Wir versuchen, die Mannschaft in den nächsten zwei Jahren im ganz oberen Bereich zu etablieren. Aber dazu müssen wir sie Schritt für Schritt weiter entwickeln. Wir versuchen, fußballerisch und ergebnistechnisch die Hebel da anzusetzen, wo wir in der Rückrunde aufgehört haben.

Auf konkrete Ziele lässt sich kein Trainer festlegen. Was aber heißt ganz oberer Bereich? Aufstieg?

Ich denke, fünf, sechs Mannschaften verfolgen dieses Ziel. Und ich glaube auch, dass der DSC sehr gut aufgestellt ist, um diesen Weg zu gehen – aber Schritt für Schritt, wir müssen das Umfeld mitnehmen.

Erstmals konnten Sie auch Einfluss auf die Zusammenstellung des Kaders nehmen. Entspricht er Ihren Vorstellungen?

Ja, ziemlich. Die Mischung stimmt zwischen Jung und Alt, Groß und Klein, Technikern und Kämpfern. Allerdings gibt es auch Probleme. Pascal Kurz ist noch längerfristig außer Gefecht. Das wussten wir, aber nichtsdestotrotz ist er ein Torwart mit gewisser Qualität. Auch im vorderen Bereich sind wir nicht so breit aufgestellt. Sven Jubt braucht sicher noch acht Wochen, jetzt fällt auch noch Kenan Doric wegen seiner Roten Karte aus.

Muss da nachgebessert werden?

David Scholka hat als Torwart zwei, drei Jahre im zweiten Glied gestanden. Jetzt kann er sich präsentieren, jetzt hat er seine Chance sich in den Vordergrund zu spielen. Schon in der Rückrunde hat er sehr gute Spiele gemacht, ich bin zuversichtlich, dass er seine Aufgabe gut meistert. Die andere Baustelle, die im vorderen Bereich, gefällt mir nicht so gut. Wir planen erstmal mit den Leuten, die wir haben. Aber wir haben immer gesagt, dass wir vorne noch was machen wollen. Es gab auch schon Gespräche mit Stürmern, die uns weiterbringen würden. Aber die haben sich anders entschieden. Jetzt ist erstmal wichtig, einen guten Start zu erwischen, damit wir uns gleich im oberen Bereich festbeißen.

Also müssen interne Lösungen gefunden werden...

Genau. Auch um diesen Bereich zu beackern, haben wir das Trainingslager genutzt. Und wir haben es auch ganz ordentlich hingekriegt.

Enes Kaya hat ja beim Kirmes-Cup schon mehrfach getroffen.

Enes ist pfeilschnell, und wenn er Raum hat, entwickelt er Torgefährlichkeit. Er hat viel Potenzial, ebenso wie Volkan Avci. Ich hätte null Bauchschmerzen, diese beiden jungen Spieler sofort reinzuwerfen.

Gibt es weitere Erkenntnisse aus der Vorbereitung? Wie bewerten Sie diese Zeit insgesamt?

Grundsätzlich war es eine normale Vorbereitung, wie es im Amateurfußball ist, wo es immer mal Probleme gibt mit Urlaub und so weiter. Da muss man als Trainer flexibel sein. Herausragend war natürlich unser viertägiges Trainingslager, wo es nicht nur um Fußball ging, sondern auch um Teamgeist, Zusammenhalt und noch besseres Kennenlernen. Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er das möglich gemacht hat. So macht die Arbeit Spaß, und ich hoffe, dass wir davon auch profitieren.

Schwächen behalten Sie besser für sich. Wo aber sehen Sie die besonderen Qualitäten der Mannschaft?

Ich glaube, die Mannschaft ist in der Lage, technisch hochwertigen, guten Fußball zu spielen. Wir haben nicht viele Spieler im Kader, denen der Ball drei Meter vom Fuß springt. So können wir das Spieltempo hochhalten. Das halte ich gerade in dieser Liga für wichtig, weil viel auf Kunstrasen gespielt wird.

Quelle: derwesten.de / Wolfgang Volmer
Foto: Klaus Pollkläsener