DSC III: EINZIGARTIG – unsere neue 3. Mannschaft

Der Fußballsport hat schon des Öfteren bewiesen, dass er weit über den sportlichen Tellerrand hinaus gesellschaftlicher Vorreiter und Brückenbauer sein kann. Gerade im Bereich der Integration ist der Fußball ein positives Paradebeispiel, wie ein kulturelles Miteinander nicht nur problemlos, sondern für alle Beteiligten absolut förderlich und bereichernd funktionieren kann.


Unser DSC geht mit der neu formierten 3. Mannschaft, bezüglich des Themas Integration, konsequent noch einen großen Schritt weiter und ist somit jetzt schon ein Novum in unserer Fußballlandschaft. Unser neues Team besteht nicht nur aus Menschen unterschiedlicher Nationalität und kultureller Herkunft sondern zu über 60% auch aus Menschen, die von der Schwerhörigkeit bis hin zur Taubheit, gehandicapt sind. Diese neue Mannschaft startet in der nächsten Saison in der ganz „normalen“ Kreisliga C und ist somit für alle Beteiligten nicht nur eine große Herausforderung sondern ein Pilotprojekt im deutschen Fußball. Integration in mehrfacher Hinsicht und der Fußballsport hoffentlich erneut Brückenbauer und Vorbild, wie man es machen kann, auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen – Menschen mit und ohne Handicap GEMEINSAM als vollwertige, gleichberechtigte Mitglieder in einem Team, mit einem gemeinsamen Ziel, welches man nur zusammen erreichen kann.


Hintere Reihe (v.l.): Oliver Latza, Ronny Kutz, Adrian Schostok, Manuel Kutz, Rolf Kuckel, Ahmad Fakhro, Borhan Yorulmaz. 
Mittlere Reihe (v.l.): Co-Trainer Michael Heintze, Mike Littmann, Himmet Gocener, Saleh Simmo, Faruk Toskay, Meik Hinca, Volkan Zent, Trainer Daniel Spitzenberger.
Vordere Reihe (v.l.): Benedict Gerswald, Said Ghemi, Gemia Jacobi, Muhammed Schönewald, Beamin Meta, Jonas Just, Mesut Kodaman, Rainer Amtmann, Dierk Gebauer.


Die Trainer dieser außergewöhnlichen Mannschaft, Daniel Spitzenberger (DS) und Michael Heintze (MH), erläuterten in einem Interview die Besonderheiten und die Ziele ihrer Mannschaft:

Wie kam es zu dieser einzigartigen Zusammensetzung von gehandicapten und  nicht gehandicapten Spielern?

DS: Es bestand schon ein freundschaftlicher Kontakt zu einigen gehörlosen Spielern, die bereits seit geraumer Zeit als eigenständige Mannschaft auf dem Platz an der Reichsstraße trainiert haben. Parallel dazu haben wir zu viert aus einem Freundeskreis heraus eine neue Herausforderung für die kommende Saison gesucht. Also kamen wir mit den Jungs der Gehörlosenmannschaft ins Gespräch und sehr schnell ergab sich die gemeinsame Idee, zusammen eine Mannschaft zu bilden. Da Michael und ich (und auch noch einige weitere Mitspieler) bereits in der Jugend beim DSC aktiv waren, lag es für uns nah, die Anfrage für  eine „Dritte“ beim DSC zu stellen.

Jetzt werden sich einige Interessierte fragen, wie ihr auf dem Platz, egal ob beim Spiel oder beim Training, miteinander kommuniziert. Wie machen sich die Spieler untereinander bemerkbar?

DS: Nun auf der einen Seite haben wir in unserem Team schwerhörige Spieler, die sowohl unsere Sprache hören und verstehen als auch die Gebärdensprache beherrschen. Vor allem unser Spieler Manuel Krutz, der sich auch innerhalb des Gehörlosenvereins sehr engagiert, ist als Übersetzer zwischen den Hörenden und Nichthörenden prädestiniert und hilft uns vor allem bei den Ansprachen. Des Weiteren lernen wir Trainer zusätzlich die Gebärdensprache, um möglichst alle Spieler auf direktem Weg ansprechen zu können.

Wie wird das bei Spielen gehandhabt? Wie weiß zum Beispiel der gehörlose Spieler zeitnah, dass Abseits gepfiffen wurde?

MH: Im Gehörlosen Fußball hat der Schiedsrichter eine Fahne mit der er sich bei Spielunterbrechungen bemerkbar macht. Ob das für unsere Schiedsrichter, die ja parallel auch pfeifen müssen, machbar und praktikabel ist, wissen wir noch nicht so ganz genau, da es hierfür noch keine Erfahrungswerte gibt.

Die Situation ist ja für alle Beteiligten etwas vollkommen Neues. Wir werden innerhalb der Mannschaft und von der Trainerbank aus mit Handzeichen arbeiten und hoffen, dass sich diese Besonderheit mit der Zeit rumspricht und einspielt. Vor allem hoffen wir natürlich auf das Verständnis und die Mithilfe aller Beteiligten.

Welche Ziele setzt ihr euch für eure erste Saison?

MH: In erster Linie wollen wir natürlich zusammenwachsen und die besonderen Herausforderungen gemeinsam bewältigen. Rein sportlich gesehen, wollen wir erst mal gucken wo wir im Vergleich zur Ligakonkurrenz leistungsmäßig stehen und möglichst viele erfolgreiche Spiele abliefern. Uns ist es wichtig, dass der gemeinsame Spaß am Fußball  immer im Vordergrund steht.

Wir drücken unserer neuen 3. Mannschaft für ihre erste Saison alle Daumen und wünschen ihr viel Erfolg für ihr einzigartiges Projekt, welches in seiner Bedeutung weit über die Grenzen des Fußballsports hinausgeht. Für die Innovation und den Mut neue, ungewöhnliche und unbekannte Wege zu gehen, hat sie jetzt schon unseren Respekt und unsere Hochachtung verdient.

Vielen Dank Daniel und Michael
 

DSC – Wir stehen für Wanne Eickel
MJ